Band 199, 2009, S. 280

Michael Nungesser
Berlin Istanbul:
»Die Berliner Istanbul Stipendiaten 1998-2009«
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, 29.8. – 4.10.2009
Seit zwanzig Jahren vergibt der Berliner Senat für in Berlin lebende Künstlerinnen und Künstler ein Stipendium, das mit einem halbjährigen Aufenthalt in der türkischen Hauptstadt verbunden ist. Berlin als Wohnsitz tausender von türkischen Immigranten hat eine besondere Beziehung zu Istanbul, die auch historisch weit zurückreicht. Als sich das Programm zum zehnten Male jährte, gab der Kunstraum Kreuzberg in Bethanien erstmals eine Überblicksschau über die Stipendiaten, jetzt geschieht dies erneut für die zweite Dekade, wobei die Ausstellung mit insgesamt 24 Beiträgen zuvor auch im BM Suma Contemporary Art Center in Istanbul zu sehen war. Der Leiter des Kunstraums, Stéphane Bauer, kuratierte die […] weiterlesen
Band 199, 2009, S. 276

Thomas Wulffen
Preis der Nationalgalerie Berlin für junge Kunst
Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, - Museum für Gegenwart - Berlin, 11.9.2009 - 3.1.2010
Diesmal findet das Ereignis zum fünften Mal und in einem spezifischen Sinne ist keine Überraschung mehr: Alle zwei Jahre verleiht die Nationalgalerie den Preis für junge Kunst. Und alle zwei Jahre geht ein wenig der Aufregung um diesen Preis verloren. Das kann man als ein Zeichen der Professionalisierung sehen. Oder man hat sich einfach an das Procedere gewöhnt und Überraschungen sind nach zehn Jahren auch nicht mehr zu erwarten. Rechtzeitig hatte man schon die Kandidaten benannt und auch der Öffentlichkeit zu Kenntnis gegeben. Diese breite Öffentlichkeit wird mit den Namen kaum etwas anfangen können, während der inner circle beinahe mit abwinkender […] weiterlesen
Band 197, 2009, S. 398

Magdalena Kröner
Emily Jacir
»Hugo Boss Prize 2008«
Solomon Guggenheim Museum, New York, 6.2 .– 15.4.2009
Die Entscheidung für Emily Jacir als Preisträgerin des Hugo Boss Prize 2008 ist eine gute Wahl, belegt sie doch einmal mehr die Nachhaltigkeit dieses Preises, der auch im zwölften Jahr seiner Verleihung eine Position ins Licht rückt, die sich durch Langsamkeit, eine komplexe Nachdenklichkeit und stille Töne auszeichnet. Die 1970 in Palästina geborene Künstlerin Emily Jacir erzählt von den Bedingungen des Lebens auf dem ständig veränderlichen und bedrohten Terrain, den der politische Konflikt zwischen Israel und Palästina markiert, und findet dafür Bilder, die eindringlicher sind, als alle Nachrichten aus dem „Unruheherd“ es sein könnten. Jacirs zurückgenommene, konzentrierte Installation passt […] weiterlesen
Band 195, 2009, S. 384

Edgar Schmitz
Turner Prize 2008
»Selbstdarstellungen«
Tate Britain, London, 30.9.2008 - 18.1.2009
Natürlich ist der Turner Prize eigentlich keine Ausstellung: vier KünstlerInnen inszenieren sich in der Tate Britain als Anwärter auf einen Preis, der sich immer noch gerne als bedeutendster britischer Kunstpreis darstellt; eine Reihe von Einzelpräsentationen werden aufeinander losgelassen, die vor allem auf die Ausstellungen zurückzuverweisen haben, für die die Vier jeweils nominiert wurden; und all das unter dem wertenden Blick eines Publikums, das hier immer wieder ganz ausdrücklich zum Miturteilen eingeladen ist - am Ausgang gibt es auch dieses Jahr wieder die Pinwand, an der mehr oder weniger smarte und mehr oder weniger selbstbewusst ironische Bewertungsfetzen angepinnt werden und so etwas […] weiterlesen
Band 195, 2009, S. 343

Annelie Pohlen
Marlene Dumas
Magnetic Fields
Museum Kunst Palast, 25.10.2008 - 15.02.2009
Der Voyeurismus dürfte so alt sein wie die Menschheit selbst. Zwischen hehrer Tradition und trivialer Mediengegenwart wird er in Erzählungen und Bildern reich bedient. „Habt Mitleid, sagte Eros, als er seine blinden Augen schloss“. So steht es in der Publikation zu „Magnetic Fields“ von Marlene Dumas im Museum Kunstpalast neben der Abbildung eines Gemäldes. „In god we trust“, 2008, ist die Arbeit betitelt. Es steht so auch auf amerikanischen Dollarnoten. Selbst wenn der Dollar samt ökonomischer Heimat unter die Räder gerät, Amerika findet in Obama die Lichtgestalt zu neuem Gottvertrauen. Nun ist es beileibe nicht so, dass Marlene Dumas derart spezifische […] weiterlesen
Band 191, 2008, S. 396

Ursula Maria Probst
„Out of the Cube“
Gespräch mit Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien
Gerald Matt, der Direktor der Kunsthalle Wien hat das Management für KÖR, Kunst im öffentlichen Raum übernommen. Kunst soll als integraler Bestandteil urbaner Entwicklungsstrategien permanent oder temporär zum Einsatz gelangen. Kunst im öffentlichen Raum bietet Konfliktpotential und wirft nicht nur Fragen nach neuen Qualitätskriterien eines erweiterten Kunstbegriffs auf, sondern konfrontiert unmittelbar mit ihrer gesellschaftspolitischen und ästhetischen Relevanz. Welche Folgerungen werden daraus in der Realisierung gezogen?
Ursula Maria Probst: Als Direktor der Kunsthalle Wien haben Sie das Management für KÖR, Kunst im öffentlichen Raum in Wien übernommen. Die heftigen Diskussionen rund um KÖR werfen die Frage auf, wie und ob Kunst im […] weiterlesen
Band 185, 2007, S. 314

Michael Nungesser
Die Macht des Dinglichen.
» Skulptur heute!«
Georg-Kolbe-Museum, Berlin, 11.2. - 28.5.2007
Die Ausstellung "Die Macht des Dinglichen. Skulptur heute!", kuratiert von Marc Wellmann und organisiert vom Freundeskreis der Bernhard Heiliger-Stiftung, versteht sich als "Standortbestimmung" im Rahmen einer "Renaissance der Skulptur". Sie soll einen Trend veranschaulichen, nämlich den "Paradigmenwechsel unter dem Motto ,Zurück zum Objekt' als Antwort auf den momentanen Mainstream von installativen, raumbezogenen, performativen oder gänzlich ephemeren Kunstrichtungen" (Wellmann). Als Ort wurde das Georg-Kolbe-Museum gewählt, ehemals Atelierhaus des Namensgebers, das regelmäßig Sonderausstellungen anderer Bildhauer zeigt, darunter auch zeitgenössischer, meist figurativer Tendenzen.
Die Bernhard-Heiliger-Stiftung vergibt seit ihrer Gründung 1996 ein Stipendium an besonders begabte Bildhauer aus den Meisterklassen der beiden Berliner Kunsthochschulen, der Universität […] weiterlesen
Band 183, 2006, S. 311

Thomas Wulffen
Ars Viva 2006/2007
Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Oktogon, HFBK Dresden, bis 26. November.
Stadtgalerie Saarbrücken, 3.2.2007 - 1.4.2007
Was ist das? Es hat institutionellen Charakter, wird aber nicht als Institution wahrgenommen. Mit diesen Worten lässt sich das ars viva Förderprogramm des Kulturkreises der deutschen im Bundesverband der deutschen Industrie e.V. treffend beschreiben. Es existiert seit dem Jahre 1951 und findet jedes Jahr statt. Dennoch wirkt es im eher im Hintergrund als vordergründig. Das spricht tatsächlich für das Programm, das schon früh Künstler und Künstlerinnen vorstellte, die dann später, nach zwei bis drei Jahren, zu ‚Stars’ wurden. Wer die Kataloge zum Programm aufbewahrt hat, stößt schnell auf die Namen als Belege dafür. Im Jahresprogramm 1995/1996 finden sich […] weiterlesen
Band 182, 2006, S. 280

Uwe M. Schneede
Die Frage nach dem Künstlersein
Laudatio anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Landeshauptstadt Düsseldorf an Bruce Nauman am 25. März 2006
Als Ende der 1990er Jahre gut zwei Dutzend der mutmaßlich richtungsweisenden Ausstellungskuratoren und Direktoren zeitgenössischer Museen aus aller Welt beisammen saßen, um wegen einer geplanten großen Ausstellung Erwägungen über die Kunst und die Künstler des 21. Jahrhunderts anzustellen, waren sie sich in vielem uneinig, waren aber in einem doch ganz und gar eins, die älteren Koryphäen wie die Jüngeren, und eine Umfrage unter den Anwesenden bestätigte es ganz eindeutig: "Der" Künstler des beginnenden 21. Jahrhunderts, der Künstler mit dem bedeutendsten und zukunftsträchtigsten Werk sei mit Abstand ein amerikanischer Künstler, der in verschiedenen künstlerischen Medien zuhause sei: Bruce Nauman. Warum gerade er? […] weiterlesen






